Bus fahren in München

Busfahrer haben es nicht leicht. Der Job ist bestimmt kein sehr dankbarer Job.
Laute Schulkinder, nörgelnde Rentner, Hunde die dreck machen,  Mütter mit Kinderwägen ….  und auch mal Rollstuhlfahrer.  Besonders die letzten beiden Fälle generieren manchmal Aufwand. Der Fahrer muss aufstehen, seinen warmen Sitz verlassen und helfen beim ein oder aussteigen. Sofern er keinen der modernen Niederflurbusse hat, artet das in Arbeit aus. Aber genau das sollte es doch auch sein. Arbeit/Dienst am (zufriedenen) Kunden.  Immerhin sichert Kundschaft den Erhalt der Arbeitstelle.
Oder sehe ich das falsch?

Im folgenden Beispiel sieht man, wie es nicht laufen sollte: 

Hintergrundwissen:   Diskriminierung beim Busfahren

Schwere Vorwürfe gegen einen Busfahrer der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG): Er soll eine behinderte Frau massiv beleidigt haben – mit den Worten: „So jemand wie Du gehört erschossen.“

Hier hat ein, als nörgeliger Mensch bekannter,  Busfahrer das Prinzip „Dienstleistung“ offenbar nicht verstanden. Ein/e Rollstuhlfahrer/in zu missachten und verbal zu diskriminieren, geht in keinem Dienstleistungssfall! Immerhin sind das ebenso Menschen wie jeder andere auch. Die Würde des Menschen ist unantastbar. Dieser Grundsatz sollte immer präsent sein. Jeder von uns könnte jederzeit in die selbe Lage geraten.

Auch der Busfahrer der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG), könnte morgens aufwachen und ,in welcher Form auch immer, plötzlich auf einen Rollstuhl angewiesen sein. Oder nach Feierabend rempelt ihn ein unachtsamer Fahradfahrer an und er wird schwer verletzt. Würde er wollen, mit seinem Handicap im Rollstuhl beschimpft zu werden?

Da ich das in einem solchen Fall für mich auch nicht haben möchte, muss ich hier ganz klar Stellung beziehen: “ NEIN zu solchen Ungeheuerlichkeiten!!
Ich habe schon (leider als Fußgänger) beobachtet , das ein Busfahrer an einer wartenden Person vorbeigefahren ist. Weil diese Person schwarz war. Auch ein Kinderwagen ist manchmal ein Grund um Fahrgäste „zu übersehen“.  Die Hautfarbe ist ebenso wenig ein Grund, jemanden als Fahrgast zu diskrimieren wie ein Kinderwagen oder gar ein Rollstuhl. Es ist der verdammte Job eines Busfahrers und gehört einfach dazu, seinen Gästen zu helfen. Wer sich der Aufgabe nicht gewachsen fühlt, sollte etwas anderes machen.

Es gibt so viele Berufe, die auf das Helfen ausgelegt sind und jeder, der einen solchen Beruf als Lebensaufgabe annimmt, ist sich seiner Verantwortung bewusst. Auch als Mensch muss man sich seiner Verantwortung bewusst sein. Helfen, wo es nötig ist.

Eine ältere Dame, bei mir im Haus, läuft auf 2 Krücken und tut sich sehr schwer, ihren Korb mit Einkäufen die Treppen bis zum Aufzug hoch zu tragen. Abgesehen davon, das dem Architekt für diesen Einfall heute noch die Ohren langezogen werden sollte, ist es für viele, ohne lang zu überlegen, kein wirkliches Hinderniss. Für diese Dame mit ihren 2 Krücken ist das aber eine 30 Minuten Aufgabe. Wann immer ich ihr begegne und sie ihren Korb diese Stufen hinauf befördern muss, helfe ich ihr. Ich breche mir dabei nichts ab und sie freut sich darüber, schneller ihre Einkäufe in der Wohnung zu haben.

Ganz gleich, wie sich der Fall mit dem Busfahrer und der Rollstuhlfahrerin nun wirklich zugetragen hat, stimmt es mich traurig, das man über solche Themen Gedanken verlieren muss. Es sollte selbstverständlich sein, zu helfen. Gerade eben jenen, die auf Hilfe angewiesen sind.

Schönen barrierefreien Tag Euch allen.

 

http://www.bild.de/regional/muenchen/busfahrer/jemand-wie-du-gehoert-erschossen-41003260.bild.html